Sind Gender- oder Diversitydimensionen für ein Vorhaben relevant, können sie an unterschiedlichen Stellen des Forschungsprozesses eine Rolle spielen. Dabei bedeutet Integration nicht, dass jede Dimension in jeder Phase gleichermaßen berücksichtigt werden muss. Entscheidend ist vielmehr, an welchen Stellen Gender und Diversity fachlich relevant sind und welche Konsequenzen sich daraus für das konkrete Forschungsvorhaben ergeben.
Die folgende Grafik veranschaulicht, an welchen Stellen des Forschungsprozesses entsprechende Fragen aufgegriffen werden können. Sie unterscheidet dabei zwischen der Integration von Gender und Diversity in den Forschungsinhalt und gleichstellungs- und diversitätsbezogenen Aspekten der Forschungsstrukturen und Zusammenarbeit. Die dargestellten Punkte sind nicht als Checkliste zu verstehen, sondern dienen als Orientierung und Reflexionshilfe für die Planung und Durchführung von Forschungsvorhaben. Welche Aspekte im Einzelfall relevant sind und wie sie berücksichtigt werden sollten, ist fachlich, theoretisch und methodisch zu prüfen und zu begründen.
Zur Einordnung der Grafik
Die Grafik basiert auf der „Checklist for Gender in Research“ des Projekts Gender in Research – Toolkit and Training, das im 7. EU-Forschungsrahmenprogramm (FP7) entwickelt wurde. Die Checkliste unterscheidet zwischen Gleichstellungsaspekten in Forschungsteams und der Berücksichtigung von Gender im Forschungsinhalt und betrachtet unterschiedliche Phasen des Forschungsprozesses.
Für die Forschungsverbundberatung der LAGEN wurde dieser Ansatz weiterentwickelt und um Diversitätsdimensionen sowie eine intersektionale Perspektive ergänzt. „Gender & Diversity“ dient in der Grafik als übergreifende Kurzbezeichnung. Diversität und Intersektionalität sind dabei nicht gleichzusetzen: Während Diversität unterschiedliche soziale und personenbezogene Dimensionen umfasst, richtet eine intersektionale Perspektive den Blick auf deren Zusammenwirken und wechselseitige Verschränkungen.