Materialien & Tools

Die Berücksichtigung von Gender- und Diversitätsdimensionen in Forschung hängt von Forschungsgegenstand, Fragestellung, Disziplin sowie den theoretischen und methodischen Zugängen ab.

Die hier zusammengestellten Materialien und Tools unterstützen dabei, ihre mögliche Relevanz für ein Forschungsvorhaben systematisch zu prüfen und Konsequenzen für den weiteren Forschungsprozess abzuleiten. Sie können in unterschiedlichen Phasen eingesetzt werden, von Forschungsfrage und Antragstellung über Forschungsdesign, Datenerhebung und Analyse bis hin zu Interpretation, Kommunikation und Transfer.

Neben eigenen Arbeitshilfen finden Sie ausgewählte Leitfäden, Checklisten und Tools anderer Einrichtungen und Initiativen. Die Materialien bieten Orientierung für einen fachlich begründeten Reflexionsprozess, ersetzen jedoch nicht die disziplinspezifische Prüfung der jeweiligen Relevanz.

Die GIA Checklist for Research Proposals des Horizon 2020 Projekts RESET unterstützt Forschende dabei, Sex-, Gender- und intersektionale Dimensionen bereits bei der Planung von Forschungsvorhaben systematisch zu berücksichtigen. Die Checkliste bietet konkrete Reflexionsfragen für die Bereiche Excellence, Implementation und Impact und orientiert sich dabei an der Logik von Horizon-Europe-Anträgen.

Gendered Innovations ist ein Forschungsansatz zur systematischen Integration von Sex-, Gender- und weiteren Diversitätsdimensionen in Forschung und Innovation. Die Website bietet dazu praxisorientierte Methoden, Checklisten, Leitfragen und Fallbeispiele für unterschiedliche Fachbereiche und Phasen des Forschungsprozesses.

Das GERD-Modell (Gender Extended Research and Development Model) unterstützt dabei, Gender- und Diversitätsaspekte systematisch in technische Forschungs- und Entwicklungsprozesse zu integrieren. Entlang verschiedener Projektphasen bietet auch dieses Modell konkrete Reflexionsfragen, Beispiele und Leitlinien, unter anderem zu Relevanz, Werten, Machtverhältnissen, Wissen und Sprache.

Das Toolkit Gender in Major Urban Initiatives zeigt, welche Genderdimensionen und insbesondere welche Anforderungen an eine geschlechtergerechte Stadt- und Raumplanung zu berücksichtigen sind, um die unterschiedlichen Alltagsrealitäten und Sorgeverantwortungen von Menschen angemessen einzubeziehen. Am Beispiel von Madrid Nuevo Norte veranschaulicht es, wie eine Genderperspektive bereits in frühen Planungs- und Gestaltungsphasen systematisch integriert werden kann.

Das Rural Gender Toolkit bietet Instrumente und Datengrundlagen zur Analyse von Geschlechterdimensionen in Landwirtschaft und ländlichen Räumen. Für Forschung liefert es insbesondere Anknüpfungspunkte zur Identifikation von Daten- und Forschungslücken, zur Auswahl geeigneter Indikatoren sowie zur Entwicklung gender- und intersektionalitätssensibler Forschungsfragen und Analyseperspektiven (s. Rural Women Innovation Compass).

Das WHO-Toolkit Incorporating intersectional gender analysis into research on infectious diseases of poverty unterstützt Gesundheitsforschende dabei, intersektionale Genderanalysen systematisch in Forschungsfragen, Studiendesign und Analyse zu integrieren. Es zeigt unter anderem, wie geschlechts- und diversitätsbezogene Barrieren bei Prävention, Versorgung und Implementierung untersucht und Ungleichheiten im Zugang zu Gesundheitsleistungen berücksichtigt werden können; die Ansätze sind auch über die Forschung zu armutsassoziierten Infektionskrankheiten hinaus auf andere Bereiche der Gesundheitsforschung übertragbar.

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MWK Niedersachsen