Am 28. und 29. September 2026 kamen zahlreiche Vertreter_innen aus der niedersächsischen Frauen- und Geschlechterforschung, Promovierende sowie Gäste aus Wissenschaft, Hochschulen und Politik an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen (HAWK) in Hildesheim zusammen. Anlass waren der 15. Interdisziplinäre Niedersächsische Doktorand_innentag und die LAGEN-Jahrestagung 2026 zum Thema „Arbeits- und Lebensverhältnisse in ländlichen Räumen. Intersektionale Analysen". Die Jahrestagung wurde in Kooperation mit dem HAWK-Netzwerk Genderforschung ausgerichtet.
Im Mittelpunkt der Tagung stand die Frage, wie ländliche Räume aus Perspektiven der Frauen-, Geschlechter- und Intersektionalitätsforschung differenziert betrachtet werden können. In Vorträgen, Panels, Workshops und Diskussionen wurden die vielfältigen Arbeits- und Lebensverhältnisse in ländlichen Regionen ebenso thematisiert wie ihre Prägung durch Geschlecht, soziale Positionierung, Sorgeverhältnisse, Mobilität, Infrastruktur und regionale Ungleichheiten. Die Beiträge spannten einen weiten Bogen von sozialen Bewegungen und Frauen in Bewegung über Lebensentwürfe und -verläufe bis hin zu queeren Sorge-, Schutz- und Solidaritätsarrangements.
Eröffnet wurde die Jahrestagung mit Begrüßungen durch Prof. Dr. Corinna Onnen (LAGEN Sprecherin) und Prof. Dr. Leonie Wagner (HAWK-Netzwerk Genderforschung) sowie mit Grußworten von Anne Teschner (Leitung Ref. 14, Abt. 1 MWK). Dr. Charlotte Freund (Ltg. Abt. 2 Frauen und Gleichstellung des Nds. Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung war als Gast anwesend.
Die Beiträge verdeutlichten die hohe wissenschaftliche und gesellschaftspolitische Relevanz intersektionaler Forschung zu ländlichen Räumen und unterstrichen zugleich die Notwendigkeit und Bedeutung einer dauerhaft abgesicherten Frauen- und Geschlechterforschung in Niedersachsen.
Auch der 15. Interdisziplinäre Niedersächsische Doktorand_innentag am 28. September war erneut ein voller Erfolg. Der Doktorand_innentag gehört seit den Anfängen zum Konzept der LAGEN und stellt in dieser Form ein deutschlandweit einmaliges Angebot für Promovierende der Frauen- und Geschlechterforschung dar. Jahr für Jahr bietet er Nachwuchswissenschaftler_innen die Möglichkeit, eigene Forschungsvorhaben vorzustellen, Rückmeldungen aus unterschiedlichen Disziplinen zu erhalten und über Hochschul- und Fachgrenzen hinweg Kontakte zu knüpfen.
Er bot einen abwechslungsreichen Mix aus wissenschaftlichen Inputs, Präsentationen laufender Dissertationsprojekte sowie Raum für kollegiale Beratung, fachlichem Austausch und informelles Networking. Im Zentrum standen sowohl inhaltliche und methodische Fragen der Promotionsprojekte als auch Erfahrungen und Herausforderungen wissenschaftlicher Qualifizierungswege. Die offene Atmosphäre und die große Bereitschaft zum gegenseitigen Austausch verdeutlichten erneut, welchen hohen Stellenwert dieses Format für die Sichtbarkeit und Vernetzung von Promovierenden hat.
Die beiden Veranstaltungstage boten vielfältige Gelegenheiten, aktuelle Forschungsperspektiven miteinander ins Gespräch zu bringen, neue Kooperationen anzubahnen und gemeinsame Fragestellungen weiterzuentwickeln. Besonders wertvoll war dabei das Zusammenspiel von fachlicher Diskussion, wissenschaftspolitischen Impulsen und persönlichen Begegnungen.
Ein herzlicher Dank gilt allen Referierenden, Moderator_innen, Promovierenden, Gästen und Teilnehmenden für ihre engagierten Beiträge und die anregenden Diskussionen. Unser Dank gilt ebenso den Vertreter_innen des Ministeriums, der HAWK und der weiteren beteiligten Institutionen für ihre Unterstützung und ihre Impulse.
Besonders danken wir Anne Teschner für ihre Grußworte und den Teams der LAGEN und HAWK für ihr großes Engagement bei der Vorbereitung und Durchführung des Doktorand_innentags und der Jahrestagung. Gemeinsam ist es gelungen, einen lebendigen Raum für intersektionale Geschlechterforschung, kollegiale Unterstützung und nachhaltige Vernetzung zu schaffen.