Nach den eröffnenden Grußworten, in welchen die Relevanz der Frauen- und Geschlechterforschung in Niedersachsen sowie die Weiterführung der Arbeit der LAGEN betont wurden, diskutierten Dr. Arne Worm, Universität Göttingen, Dr. Esto Mader, Humboldt-Universität Berlin, und Dr. Lisa de Vries, Deutsches Institut für Erwachsenenbildung Bonn, auf dem Podium über die "Theoretischen, methodologischen und methodischen Herausforderungen der Geschlechterforschung".
Prof. Dr. Joana Grow und Anna Theresa Roth von der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover hielten darauffolgend einen Vortrag über die "Geschlechterkonstruktionen in der erziehungswissenschaftlichen und fachdidaktischen Forschung - theoretische Prämissen und empirische Zugriffe".
In zwei Parallelsessions wurden die Themen "Geschlecht in quantitativer Sozialforschung" und die "Sequenzielle Feinanalyse in der Geschlechterforschung" fokussiert. In der Session "Geschlecht in der quantitativen Sozialforschung" luden Prof. Dr. Gabriele Bolte und Sophie Horstmann von der Universität Bremen zum Thema "Die Integration von Geschlecht und Intersektionalität in die quantitative Gesundheitsforschung am Beispiel der interdisziplinären Verbundprojekte INGER und DIVERSGesTOOL ein. Im Rahmen der zweiten Session begrüßte Areti-Kristin Bouras, Universität Göttingen, zur Teilnahme an der "Forschungswerkstatt: Sequenzielle Feinanalyse in der Geschlechterforschung". In diese Session brachten sich Teilnehmende mit eigenem Forschungsmaterial ein.
In der Mittagspause kamen alle zu einem Fingerfood zusammen. Parallel fand die diesjährige Sitzung der Gemeinsamen Kommission der LAGEN statt. Aus dieser Sitzung, an der ausschließlich die Mitglieder teilnehmen konnten, lässt sich berichten, dass die Wahl der LAGEN-Sprecherinnen für die neue Amtsperiode 2025 bis 2027 erfolgte. Wir freuen uns, Ihnen mitzuteilen, dass Prof. Dr. Andrea D. Bührmann und Prof. Dr. Corinna Onnen für weitere zwei Jahre als LAGEN-Sprecherinnen gewählt wurden.
Mit der LAGEN-AG Ringvorlesung ging es nach der Mittagspause weiter. Die AG-Mitglieder gaben Einblicke in ihr Vorhaben und diskutierten mit den Teilnehmenden, wie eine zukünftige Einbindung der geplanten Ringvorlesung in die Lehre an den Niedersächsischen Hochschulen aussehen könnte. Die AG Ringvorlesung plant im nächsten Jahr die Aufnahme von Vorträgen zur gemeinsamen Ringvorlesung. Die aufgezeichneten Vorträge sollen den LAGEN-Einrichtungen für die Lehre zur Verfügung gestellt werden. Um gleichzeitig dem Wunsch nach Vernetzung und inhaltlichem Austausch nachzukommen, werden die Vorträge in Präsenz an zwei Tagen an zwei verschiedenen Orten gehalten und aufgenommen: In Braunschweig erfolgen die Aufnahmen am 30. September 2026, im Anschluss an die Jahrestagung 2026. In Hannover sind die Vorträge und Aufnahmen am 09. Oktober 2026 geplant. Der CfA wird Anfang 2026 über die Webseite der LAGEN veröffentlicht.
Kurzvorträge und anschließende Diskussionen über "Diskriminierung und Geschlecht methodisch erfassen" rundeten die Tagung ab. Prof. Heike Kahlert, Ruhr-Universität Bochum, widmete sich in diesem Tagungsslot dem Thema "Unsichtbare wissenschaftliche Leistungen von Frauen* sichtbar machen: Werkstattbericht aus Fallstudien zu wissenschaftlichen Organisationen von Frauen*". Die Arbeitsgruppe Doing Knowledge hielt einen Vortrag zum Thema "Safer Publishing Spaces in der Geschlechterforschung? Publikationsprozesse als machtdurchzogene Orte der Wissensproduktion" und Ayla Satilmis von der Universität Bremen schloss die Vortragsreihe mit "Diskriminierung und Intersektionalität im Hochschulkontext - eine multidimensionale Perspektive" ab. Am Ende der Jahrestagung kamen alle Teilnehmenden zu einem gemeinsamen Abschluss und zur Verabschiedung zusammen. Alle waren sich einig: Auch in diesem Jahr war es eine gelungene Jahrestagung mit zahlreichen methodischen Impulsen, fachlichem Austausch und Raum für Vernetzung.
Die LAGEN-Jahrestagung findet im kommenden Jahr am 29.09.2026 in Kooperation mit der Mitgliedseinrichtung HAWK Netzwerk Genderforschung in Hildesheim statt.