NDS LAGEN

Landesarbeitsgemeinschaft der Einrichtungen für Frauen- und Geschlechterforschung in Niedersachsen

LAGEN RUNDBRIEF – Rundbrief 08/2026

Liebes LAGEN-Netzwerk, liebe Interessierte,

Wissenschaft und ihre Netzwerke leben vom Wandel, vom Austausch und von ihrer Sichtbarkeit. Um der LAGEN in der Öffentlichkeit eine neue, zeitgemäße Präsenz zu verleihen, haben wir in den vergangenen Monaten intensiv an unserem Webauftritt gearbeitet. Nun ist es so weit: Das neue digitale Zuhause der LAGEN ist online!

Unser Ziel war es, eine Plattform zu schaffen, die den Anforderungen einer modernen Wissenschaftskommunikation entspricht. Doch was genau ist neu?

Hier einige Highlights:

  • Layout und Design: „Bewährtes fortführen, Neues erschaffen“ – das war das Motto unserer Konzeption. Unser Logo hat einen frischen Farbanstrich bekommen. Das gesamte Design, der logische Aufbau und die Navigation wurden komplett überarbeitet – und die Forschungsverbundberatung hat nun eine eigene Seite. 

  • Darstellung der Mitglieder: Die Mitgliedseinrichtungen der LAGEN werden ab sofort in einem neuen Format präsentiert. Wir finden das Ergebnis deutlich übersichtlicher und klarer – was meinen Sie? 

  • Barrierefreiheit und Responsivität: Um allen Personen, die die Webseite besuchen, eine optimale, uneingeschränkte Nutzung auf allen Endgeräten zu gewährleisten, ist die Webseite barrierefrei gestaltet.

Es gibt noch weitere Neuigkeiten.

Die LAGEN ist jetzt auf LinkedIn vertreten. Wir halten dies für einen wichtigen Schritt zur Stärkung unserer (gemeinsamen) Wissenschaftskommunikation, für den Ausbau der interdisziplinären Vernetzung und als weitere Möglichkeit die Aktivitäten der LAGEN-Mitgliedseinrichtungen in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen.

Wir möchten LinkedIn als Raum für den direkten Austausch mit Ihnen und der Fach-Community nutzen. Wir freuen uns daher sehr, wenn Sie uns auf LinkedIn folgen und aktiv mit uns in den Dialog treten.

Herzliche Grüße aus der LAGEN

Andrea D. Bührmann (Sprecherin der LAGEN) und 
Corinna Onnen (stellv. Sprecherin der LAGEN)

für die Koordinations- und Geschäftsstelle der LAGEN

Doris Cornils (Koordinatorin) und
Rubina Hiller & Micha Arnold (studentische Mitarbeiter_innen)

1. Weitere Neuigkeiten aus der Frauen- und Geschlechterforschung

#WähltFrauen in Niedersachsen

Der Landesfrauenrat Niedersachsen bringt die überparteiliche Social-Media-Kampagne #WähltFrauen nach Niedersachsen. Unter dem Motto „Demokratie lebt von Vielfalt“ soll die Kampagne dazu ermutigen, bei Wahlen gezielt Kandidat_innen zu unterstützen, die für Demokratie, Vielfalt und Menschenrechte eintreten. Ziel ist es, mehr Frauen in politische Entscheidungspositionen zu bringen. Zur Unterstützung der Kampagne im Rahmen der Kommunalwahlen lädt der Landesfrauenrat zu gemeinsamen Fotos oder Videos mit persönlichen Statements ein. Interessierte können nach Absprache die Geschäftsstelle besuchen oder innerhalb Hannovers auch einen Termin vor Ort vereinbaren, Infos dazu auf der Webseite des Landesfrauenrats. Die Webseite der Kampagne verlinkt weitere Angebote.

2. Neue Veröffentlichungen im Bereich der Frauen- und Geschlechterforschung

Gender und Queer Studies in der Sozialen Arbeit

Am 10. August 2026 erschien im Verlag Barbara Budrich der Sammelband „Gender und Queer Studies in der Sozialen Arbeit. Feministische Perspektiven auf Intersektionalität, Heteronormativitätskritik und Professionalität“. Herausgegeben wurde er von Kerstin Balkow, Susanne Gerner, Monique Ritter und Jan Wienforth.
„Intersektionalität und Heteronormativitätskritik haben sich in den letzten Jahrzehnten zu zentralen Bezugspunkten einer (queer-)feministischen, geschlechterreflektierenden und herrschaftskritischen Sozialen Arbeit entwickelt. Zu einer Zeit, in der geschlechterpolitische Errungenschaften und demokratische Grundverständnisse unter Druck geraten, eröffnet der Sammelband theoretische, empirische und professionspolitische Perspektiven der Gender und Queer Studies in der Sozialen Arbeit und hält dabei Spannungen und Ambivalenzen zwischen diesen Positionen offen. Im Fokus stehen Beiträge, die das Verhältnis von Heteronormativitätskritik, Intersektionalität und Professionalität in der Sozialen Arbeit analysieren und dabei die Soziale Arbeit als Disziplin wie auch als Profession adressieren. Thematisiert werden unter anderem geschlechterbezogene Zuschreibungspraktiken, intersektionale Perspektiven auf Kinder- und Jugendhilfe, digitale Gewalt, sowie Herausforderungen im Umgang mit Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus. Weitere Beiträge entwickeln queerfeministische, antiklassistische und rassismuskritische Zugänge weiter oder untersuchen konzeptionelle Ansätze wie die intersektionale Mehrebenenanalyse“ (Quelle: Verlag). Der Sammelband steht als Open Access-Ausgabe zur Verfügung.

Weibliche Subjektivierung im Übergang zur Moderne

Dr. Miriam Mathias, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Kriminologie der Ruhr-Universität Bochum, legt mit ihrer neuen Studie eine tiefgehende Analyse weiblicher Subjektivierung im Übergang zur Moderne vor. Im Zentrum steht Prinzessin Louise von Anhalt-Dessau (1750–1811), deren Leben als exemplarischer Fall für die Transformation von Selbst- und Weltverhältnissen in der Sattelzeit dient. Auf Basis bislang kaum erschlossener Archivquellen – insbesondere der Tagebücher – verbindet die Autorin sozialwissenschaftliche Biographieforschung mit bildungstheoretischen Fragestellungen. Das Buch rekonstruiert nicht eine vollständige Lebensbeschreibung, sondern arbeitet analytisch drei biografische Phasen heraus: die affirmative Einbindung in ständisch-religiöse Rollenvorgaben, biografische Krisen und schließlich eine religiös-philosophisch gerahmte Sinnsuche. Der Untersuchungszeitraum fällt in eine Phase, in der sich ständische Ordnungen, religiöse Deutungsmuster und neue bürgerliche Vorstellungen von Individualität und Autonomie überlagerten. Alle Informationen zum Werk finden sich auf der Verlagsseite, die Publikation ist auch Open Access verfügbar.

Sustainability and Intergenerational Justice

Mit der englischsprachigen Publikation „Sustainability and Intergenerational Justice" legt Hans Betram eine eindringliche Analyse der Situation von Kindern in Deutschland vor und zeigt, wie Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit untrennbar miteinander verbunden sind. Ohne eine konsequente Nachhaltigkeits- und Generationengerechtigkeitspolitik würden Kinder heute nicht mehr die Chance haben, ihr Leben so zu gestalten wie ihre Eltern, so der Autor. Das Buch stellt anhand der sechs für Kinder wichtigsten UN-Ziele zur Nachhaltigkeit dar: die Überwindung kindlicher Armut, die Entwicklung kindlicher Gesundheit, die Entfaltung kindlicher Potenziale durch gute Bildung, die Sicherheit für Kinder, die Entwicklung der Geschlechtergerechtigkeit und die Entwicklung einer kindgerechten Lebenswelt in den Kommunen. Die Grundannahme der Studie ist, dass die Bedürfnisse der heutigen Generation von Kindern in diesen Politikbereichen nicht ausreichend berücksichtigt werden, wodurch bestehende Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten weiter zunehmen werden. Die Verlagsseite enthält alle relevanten Informationen.

Geschlecht erleben

In „Geschlecht erleben. Leiblich Gespürtes artikulieren, Artikulationen leiblich spüren“ gehen die Herausgeber_innen Tomke König und Benedikt Wolf der Frage nach, wie Menschen ihr Vergeschlechtlichtsein leiblich erfahren und ausdrücken. Mit einem Fokus auf soziale und ästhetische Artikulationen – verstanden als konkret-sinnliche Dimensionen von Bedeutungsproduktion – greifen die Autor_innen die zentrale Debatte der Geschlechterforschung zum Verhältnis von Sprache und Körper auf. Jenseits einer Gegenüberstellung dieser beiden Entitäten entwickeln sie über die Analyse leibsprachlicher Erfahrungen eine neue Perspektive auf Geschlecht und Geschlechterverhältnisse, die insbesondere für zukünftige Forschungen und politische Debatten fruchtbar ist. Die Publikation steht Open Acess zur Verfügung.

Diversität in Sportorganisationen

Annika Schwark zeigt in der Publikation „Diversität in Sportorganisationen. Strukturelle Ungleichheiten in Führungsebenen zwischen Verstetigung und Veränderung“, wie groß die Kluft zwischen dem Anspruch auf Vielfalt und Chancengleichheit und der Realität insbesondere in den Führungsebenen des Sports ist. Am Beispiel des Landessportbunds Niedersachsen analysiert sie intersektional, inwiefern Strukturen und Diskurse Ungleichheiten fortschreiben, aber auch Veränderungen ermöglichen. Im Fokus stehen Führungskräfte, die Routinen analysieren, den Status quo infrage stellen und neue Handlungsräume öffnen. Die Ergebnisse zeigen, wie Machtverhältnisse neu verhandelt werden können und liefern konkrete Impulse für eine diversitätssensible Praxis in Sportorganisationen und darüber hinaus. Auf der Verlagsseite finden sich alle weiteren Informationen.

Kompendium Gesundheitsfördernde Soziale Arbeit

Neu erschienen ist das „Kompendium Gesundheitsfördernde Soziale Arbeit" von Sinje Gehr. Die Publikation zeigt, wie Gesundheit auf verschiedenen miteinander verbundenen Ebenen entsteht: global im Sinne von Planetary Health, national im Rahmen öffentlicher Gesundheit, kommunal durch gesunde Lebenswelten und individuell in Form psychosozialer Gesundheit, Alltagsbewältigung, Teilhabe, Sinnerleben und Lebensqualität. Zugleich verdeutlicht das Kompendium, welchen wichtigen Beitrag die Soziale Arbeit traditionell zur Gesundheitsförderung leistet – etwa durch die Begleitung von Menschen im Sozial- und Gesundheitssystem, die Förderung gesellschaftlicher Teilhabe und den Einsatz für soziale sowie gesundheitliche Chancengerechtigkeit. Ausgehend von verschiedenen Vielfaltsdimensionen zieht sich insbesondere die Perspektive auf Gender und den Gender Health Gap durch das gesamte Werk. Inhaltsangabe und weitere Informationen finden sich auf der Verlagswebseite.

3. Veranstaltungsempfehlungen

Last Calls für Anmeldungen zur LAGEN-Jahrestagung und für den Doktorand_innentag 2026

Wir möchten Sie darauf aufmerksam machen, dass die Anmeldungen für den Doktorand_innentag, am 28. September, und für die Jahrestagung der LAGEN am 29. September 2026 am 6. September geschlossen werden. Beide Veranstaltungen werden in Kooperation mit dem HAWK-Netzwerk Genderforschung ausgerichtet.

Auf dem diesjährigen Interdisziplinären Niedersächsischen Doktorand_innentag erwarten die Teilnehmenden fachlich hochkarätiger Input, Feedback von Expert_innen aus der Geschlechterforschung/Gender Studies zu ausgewählten Forschungsprojekten von Doktorand_innen sowie Vorträge aus fortgeschrittenen Promotionsarbeiten.

Der inhaltliche Schwerpunkt des Workshopprogramms liegt in diesem Jahr auf „Rhetorik in der Online-Präsenz“ sowie auf den „Umgang mit Anfeindungen in der Wissenschaftskommunikation“. Den detaillierten Ablauf und die inhaltliche Ausgestaltung kann dem Flyer entnommen werden.

Hier die Veranstaltungsinfos im Überblick: Montag, 28. September 2026, 9:30 bis 17:15 Uhr in Hildesheim (der genaue Veranstaltungsort wird Ihnen nach der Anmeldung bekannt gegeben). Bitte senden Sie uns Ihre Anmeldung mit dem Formular  bis spätestens 6. September 2026 an anmeldung@nds-lagen.de. Die Teilnahme ist kostenlos. Übernachtungs-, Reise- und Verpflegungskosten können nicht übernommen werden.

Die LAGEN-Jahrestagung „Arbeits- und Lebensverhältnisse in ländlichen Räumen. Intersektionale Analysen.“ findet am 29. September 2026 ebenfalls in Hildesheim statt. 
 Ländliche Räume und hier insbesondere Arbeits- und Lebensverhältnisse eröffnen für die Frauen-, Geschlechter- und Intersektionalitätsforschung eine interessante Perspektive mit zahlreichen Desideraten. Auf der diesjährigen LAGEN-Jahrestagung wollen wir gemeinsam mit Ihnen dieses Themengebiet aus den folgenden Perspektiven im Rahmen von Vorträgen, Workshops, Panels und Diskussionen intersektional erkunden: 1. Soziale Bewegungen als Motor sozialen Wandels – Frauen in Bewegung, 2. Lebensentwürfe, Lebensweisen und Lebensverläufe, 3. Queere Sorge-, Schutz- und Solidaritäts-Arrangements. Hier finden Sie das detailliert Tagungsprogramm.

Hier die Veranstaltungsinfos im Überblick: Dienstag, 29. September 2026, 9 bis 17:45 Uhr in Hildesheim (der genaue Veranstaltungsort wird Ihnen nach der Anmeldung bekannt gegeben). 

Bitte senden Sie uns Ihre Anmeldung mit diesem Formular bis spätestens 6. September 2026 an anmeldung@nds-lagen.de. Die Teilnahme ist kostenlos. Übernachtungs-, Reise- und Verpflegungskosten können nicht übernommen werden.

Save the Date:„Caring Hochschule – Ungleichheiten, Verantwortung und Zukunftsentwürfe

Das BMFTR-Verbundprojekt „Wissenschaft und Sorge“ (Frankfurt University of Applied Scienes) lädt zur Abschlussveranstaltung „Caring Hochschule – Ungleichheiten, Verantwortung und Zukunftsentwürfe“ am 22. Januar 2027 in der Zeit von 10 bis 13 Uhr online ein. Im Rahmen der Veranstaltung werden von den Forschenden ihre Forschungsergebnisse vorgestellt und mit Vertreter_innen aus Wissenschaft, Forschung, Hochschulpraxis und –politik und Beratung und diskutiert. Inhalte sind, neben den Forschungsbefunden zu Sorgeverhältnissen, -bedarfen und -praktiken an Hochschulen, außerdem Überlegungen zu Herausforderungen und Utopien einer fürsorgliche(re)n Hochschule aus intersektionaler Perspektive. Weitere Informationen zur Anmeldung können Sie bald der Projektwebseite entnehmen.

Kieler Methodentage: Situationsanalyse und emanzipatorische qualitative Forschung

Vom 08. bis 09. Oktober 2026 finden an der Christian-Albrechts-Universität die Kieler Methodentage statt. Unter dem Thema Situationsanalyse und emanzipatorische qualitative Forschung beschäftigen sich die Methodentage mit folgenden Inhalten.

Angesichts aktueller gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen – darunter die Klimakrise, geopolitische Konflikte, zunehmende soziale Ungleichheiten sowie der Aufschwung rechter Politik – hat utopisches Denken in den Sozialwissenschaften und insbesondere in der feministischen Forschung eine besondere Bedeutung. Utopisches Denken in den Blick zu nehmen, wirft methodologische Fragen auf, für deren Bearbeitung sich die Situationsanalyse in besonderer Weise eignet.

Die Kieler Methodentage bieten vor diesem Hintergrund Raum für Kurzbeiträge aus der eigenen Arbeit und Workshops, um Materialien zu diskutieren oder gemeinsam an verschiedenen methodologischen und methodischen Herausforderungen zu arbeiten.

Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldungen sind bis zum 30. August 2026 per E-Mail möglich. Weitere Informationen stehen auf der Webseite der Gesis zur Verfügung. Der CfP der Veranstaltung wird weiter unten in diesem Rundbrief geteilt.

Save the Date: Einladung zum Booklaunch „Machtvolle Zivilgesellschaft am Ende?" HU Berlin

Am Donnerstag den 22. Oktober 2026 lädt die Humboldt-Universität zu Berlin abends herzlich zum Booklaunch des Sammelbandes „Machtvolle Zivilgesellschaft am Ende? Interdisziplinäre Perspektiven auf das Spannungsverhältnis von Demokratie und Geschlecht" ein. Im Mittelpunkt steht die Veröffentlichung des interdisziplinären Bandes, der sich mit der Frage auseinandersetzt, welche Macht der Zivilgesellschaft in gegenwärtigen Transformationsprozessen noch zukommt und wie das Verhältnis von Demokratie und Geschlecht unter den Bedingungen von Angriffen, neoliberaler Diversitätspolitiken und emanzipatorischer Bewegungen neu verhandelt wird. Herausgegeben wurde der Sammelband von Prof. em. Dr. Gabriele Wilde (Universität Münster). Die Beiträge des Bandes beleuchten sowohl zivilgesellschaftliche Bewegungen – etwa im Kampf gegen Klimawandel, regressive Migrationspolitiken und patriarchale Gewalt – als auch rechtsautoritäre Bündnisse, in denen Fragen von Differenz, Diskriminierung und Gefährdung zunehmend soziopolitische Auseinandersetzungen prägen. Details zur Veranstaltung finden Sie auf der Webseite der HU Berlin (https://www.gender.hu-berlin.de/de). Alle weiteren Informationen zum Buch, welches wir im nächsten Rundbrief vorstellen werden, sind auf der Verlagsseite verfügbar.

Tagung: „In radikaler Solidarität verbunden“

Vom 18. bis 20. September 2026 findet in Wien die hybride Tagung „In radikaler Solidarität verbunden: Unsere Antwort auf Herrschaft und Hierarchie" statt . Die Konferenz lädt Wissenschaftler_innen, Aktivist_innen und Praktiker_innen ein, Solidarität aus einer kritischen, antiautoritären Perspektive zu beleuchten und Perspektiven aus Theorie und Praxis zusammenzuführen – darunter soziale Bewegungen, Fürsorgearbeit, feministische und antirassistische Ansätze sowie alternative Wirtschaftsformen. Im Programm finden sich beispielsweise „Care als relationale Praxis" (Lina Zinkler und Nils Kampschulte) sowie „Intergeschlechtlichkeit als Herausforderung für herrschaftskritische Gender-Ethik – Philosophische Zugänge und didaktische Perspektiven für die Bildungspraxis" (Ivana Nenadovic). Das vollständige Programm und Kontaktmöglichkeiten finden sich auf der Webseite von radikalverbunden.

15th Meeting of the Transnational Working Group for the Study of Gender and Sport

Vom 14. bis 16. Oktober 2026 findet an der Georg-August-Universität Göttingen das 15. Meeting der Transnational Working Group for the Study of Gender and Sport statt. Unter dem Motto „20 Years of Gender in Sport – Progresses and Backlashes" wird die Tagung von der Abteilung Gender Studies und der Abteilung Sport- und Gesundheitssoziologie am Institut für Sportwissenschaften organisiert und knüpft an das allererste Treffen der Arbeitsgruppe vor 20 Jahren in Kopenhagen an. Im Zentrum stehen Reflexionen zu den Entwicklungen, Erfolgen und Herausforderungen der Geschlechterforschung im Sport der vergangenen zwei Jahrzehnte – von historischen Durchbrüchen und anhaltenden Kontinuitäten bis hin zu Rückschlägen und ambivalenten Trends. Die Registrierung ist geöffnet; Programm und Anmeldeformular sind auf der Tagungsseite verfügbar.

Symposium Gender Studies Basel

Das Zentrum für Geschlechterforschung der Universität Basel feiert sein 25-jähriges Bestehen mit dem Symposium „Citing our queer-feminist streams: STS-CH and ZGS turning 25 together“, das gemeinsam mit STS-CH veranstaltet wird. Am 16. Oktober 2026 werden in drei moderierten Dialogen die Verbindungen queer-feministischer Perspektiven mit den Science and Technology Studies diskutiert. Zu den Gesprächsteilnehmenden zählen Delphine Gardey und Jutta Weber, Nina Lykke und Banu Subramaniam sowie Nolwenn Bühler und Mariacristina Sciannamblo. Die Präsenzveranstaltung findet von 12 bis 20 Uhr an der Universität Basel statt. Mehr Informationen zu Programm und Anmeldung finden sich auf der Webseite der Uni Basel.

Frauen gestalten Agrarpolitik in Niedersachsen

Unter dem Leitgedanken „Zugang. Teilhabe. Gerechtigkeit.“ lädt die Veranstaltung „Frauen gestalten Agrarpolitik in Niedersachsen“ am 2. September 2026 zur Diskussion über die Rolle von Frauen in Landwirtschaft und Agrarpolitik ein. Im Mittelpunkt stehen Beteiligungsmöglichkeiten, geschlechtergerechte politische Rahmenbedingungen und praktische Erfahrungen – insbesondere mit Blick auf das neue Niedersächsische Agrarstrukturgesetz. Die Veranstaltung findet anlässlich des Internationalen Jahres der Frauen in der Landwirtschaft 2026 in Kooperation mit dem Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen und der Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft statt. Beginn ist um 15:30 Uhr in Hannover. Anmeldungen sind online auf der Webseite der Veranstaltung möglich.

4. Ausschreibungen und Calls

Kanzlerin / Kanzler Musikhochschule Lübeck

An der Musikhochschule Lübeck ist zum 15. März 2028 die Position als Kanzler_in Vollzeit (Verfügung Bes. Gr. W2) zu besetzen. Zu den Aufgaben gehört die Leitung der Verwaltung der Hochschule sowie die Zuständigkeit für den Haushalt. Die Kanzlerin oder der Kanzler wird auf Vorschlag der Findungskommission vom Senat der Hochschule für eine Amtszeit von 6 Jahren gewählt. Eine Verlängerung der Amtszeit ist möglich. Voraussetzungen: abgeschlossene Hochschulausbildung, mehrjährige Erfahrungen in verantwortlichen beruflichen Tätigkeiten, insbesondere in Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung oder Rechtspflege und dass die Person den Aufgaben des Amtes gewachsen ist. Zudem wird eine Persönlichkeit mit Organisationsfähigkeit, Verhandlungsgeschick, Durchsetzungsvermögen und einer ausgeprägten Kompetenz zur aktiven Beteiligung an der strategischen Entwicklung und Profilierung der Musikhochschule gewünscht. Zu weiteren Voraussetzungen gehören Fähigkeiten zur Personalführung und zur Teamarbeit, fundierte Kenntnisse im Haushalts-, Personal- und Hochschulrecht und die für ein Hochschulmanagement erforderliche betriebswirtschaftliche Kenntnisse. Erfahrungen in der Hochschulselbstverwaltung und eine Affinität zum Musizieren sind von Vorteil. Der bisherige Amtsinhaber hat seine Bereitschaft erklärt, sich erneut zu bewerben. Bewerbungsschluss ist der 21. September 2026. Alle weiteren Informationen sind der Stellenausschreibung der Musikhochschule Lübeck zu entnehmen.

Professur Soziale Arbeit mit dem Schwerpunkt Delinquenz und Resozialisierung, HS Emden/Leer

An der Hochschule Emden/Leer, an der auch eine Mitgliedseinrichtung der LAGEN angesiedelt ist, ist im Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit am Campus Emden zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine Professur für Soziale Arbeit mit dem Schwerpunkt Delinquenz und Resozialisierung zu besetzen. Die Professur soll das Themenfeld in Forschung und Lehre, insbesondere im berufsbegleitenden Studiengang BASA-online, vertreten; eine Mitwirkung in weiteren Studiengängen des Fachbereichs ist erwünscht. Gesucht wird eine wissenschaftlich und berufspraktisch ausgewiesene Person mit einem sozialwissenschaftlichen Hochschulabschluss – bevorzugt in Sozialer Arbeit oder Sozialpädagogik –, Promotion, mindestens fünfjähriger Berufserfahrung, davon mindestens drei Jahre außerhalb des Hochschulbereichs, sowie nachgewiesener Lehr- und didaktischer Eignung. Erwartet werden insbesondere Kenntnisse zu Lebenslagen, Methoden und Konzepten im Bereich Delinquenz sowie zu Opfer- und Straffälligenhilfe oder Jugendhilfe im Strafverfahren; wünschenswert sind zudem Bezüge zu Restorative Justice, sozialer Ungleichheit und/oder Viktimologie. Vorausgesetzt werden außerdem die Bereitschaft zur Online-Lehre, englischsprachigen Lehrveranstaltungen, akademischer Selbstverwaltung und zur Weiterentwicklung der Studiengänge. Bewerbungsfrist ist der 17. September 2026; die ausführliche Bewerbung ist auf der Karrierewebseite der Hochschule Emden/Leer aufzurufen.

Aigner-Rollett-Gastprofessur für Geschlechterforschung

Die Universität Graz hat die Aigner-Rollett-Gastprofessur für Geschlechterforschung im Bereich der literatur- und kulturwissenschaftlichen Geschlechterforschung für das Wintersemester 2027/2028 ausgeschrieben. Der thematische Schwerpunkt liegt auf „Posthumanismus und Geschlecht" mit Fokus auf dem theoretischen Paradigma des Kritischen Posthumanismus und/oder der Anthropozänforschung.  Die Position umfasst 6 Semesterwochenstunden Lehre aus dem Bereich Geschlechterstudien/Geschlechterforschung, davon 2 Semesterwochenstunden als Überblickslehrveranstaltung zum genannten Themenbereich, sowie die Mitarbeit in den Doktoratsprogrammen „Interdisziplinäre Geschlechterstudien" und „Transformationen des Humanen". Bewerbungsfrist ist der 07. Oktober 2026; detaillierte Informationen zur Eignung und das Bewerbungsformular finden sich auf der Ausschreibungsseite der Koordinationsstelle für Geschlechterstudien und Gleichstellung der Universität Graz.

Wissenschaftlichen Hilfskraft (m/w/d) an der Herzog August Bibliothek

An der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel ist im DFG-geförderten Projekt „Sidonia Hedwig Zäunemann im literarisch-gelehrten Diskurs der 1730er Jahre“ zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine befristete Stelle als Wissenschaftliche Hilfskraft (m/w/d) zu besetzen. Die Stelle umfasst 43 Monatsstunden und ist bis zum 30. November 2027 befristet; die Vergütung richtet sich nach dem persönlichen Abschluss. Im Projekt wird Sidonia Hedwig Zäunemann (1711–1740) als eigenständige, genreübergreifend arbeitende Autorin der Frühaufklärung untersucht. Zu den Aufgaben gehören unter anderem die Unterstützung bei Archivreisen und Digitalisierungsaufträgen, die Transkription und Auswertung historischer Quellen, die digitale Veröffentlichung von Forschungsdaten, etwa über FactGrid, sowie die Korrektur wissenschaftlicher Texte und Projektberichte. Erwartet werden ein abgeschlossenes geistes- oder kulturwissen­schaftliches Studium, Interesse an der Geschichte von Frauen in der Frühen Neuzeit, sehr gute Selbstorganisations-, Kommunikations- und Teamfähigkeiten sowie Aufgeschlossenheit gegenüber digitalen Anwendungen; Kenntnisse in der Arbeit mit handschriftlichen Quellen, historischen Datenbanken oder Methoden der Digital Humanities sind von Vorteil. Bewerbungsfrist ist der 27. September 2026. Die Ausschreibung ist auf der offiziellen Jobseite der Herzog August Bibliothek zu finden.

Nachhaltigkeitsbeauftragte_r, FernUni Schweiz

An der FernUni Schweiz ist am Standort Brig die Position als Nachhaltigkeitsbeauftragte_r (80-100 %) zu besetzen. Mit der Funktion ist die Leitung und Koordination institutioneller Aktivitäten in verschiedenen Nachhaltigkeitsbereichen verbunden. Ein Schwerpunkt liegt auf der sozialen Nachhaltigkeit, insbesondere in Bezug auf Chancengleichheit, Diversität, Inklusion und Barrierefreiheit – EDIA). Dabei sind wirtschaftliche und ökologische Nachhaltigkeitskriterien zu berücksichtigen. Zudem vertritt und präsentiert die stelleninhabende Person die FernUni Schweiz zum Thema Nachhaltigkeit nach innen und außen. Dazu zählt die Mitwirkung in Hochschulgremien an Nachhaltigkeitsprozessen sowie die Vertretung der FernUni Schweiz in relevanten nationalen und internationalen Netzwerken, Arbeitsgruppen und Verbänden. Die Stellenanforderungen können Sie der Webseite der FernUni Schweiz entnehmen. Bewerbungsfrist ist spätestens der 30. August 2026.

Konferenz „Diskursive Imaginäre des Wandels. Heterotopien, Macht/Wissen und die ‚Große Transformation‘“, Uni Marburg

CFP: An der Philipps-Universität Marburg findet vom 19. bis 21. Juli 2027 die internationale DiskursNetz-Konferenz „Diskursive Imaginäre des Wandels. Heterotopien, Macht/Wissen und die ‚Große Transformation'" statt. Für das Panel zum Thema „Antidemocratic and antimodern social movements“ wird zur Einreichung von Beiträgen eingeladen. Das Panel widmet sich der Analyse gegenwärtiger antidemokratischer und antimoderner Bewegungen, ihrer Diskurse, Wissensordnungen, Zukunftsvorstellungen und der gesellschaftlichen Transformationsangebote. „Der Kongress knüpft an die lange Tradition der DNC-Veranstaltungen an, die sich mit der diskursiven Konstruktion von Vergangenheiten, Gegenwarten und Zukünften beschäftigen. Dieses Mal liegt der besondere Fokus auf den Imaginären, die unterschiedliche Akteur_innen, Bewegungen, Disziplinen und epistemologische Traditionen in die Frage des Wandels einbringen. Wir gehen dabei nicht davon aus, dass Transformation ein feststehender Begriff ist oder notwendigerweise in eine progressive Richtung weist. Auch rechtspopulistische und autoritäre Bewegungen verfügen über wirkmächtige Transformationsimaginationen. Auch die Gegen-Diskurse wie feministische Care-Ethiken, indigene Wissenssysteme, Commoning-Bewegungen, Degrowth-Ansätze sowie dekoloniale Perspektiven verdienen unsere kritische, analytische und zugleich ko-kreative Aufmerksamkeit“ (Quelle: CfP). Den Call for Papers finden Sie unter dem folgenden Link. Einreichungsfrist in der 31. Oktober 2026. 

efas Jahrestagung 2026

CfP: Das Ökonominnen-Netzwerk efas lädt zu Einreichungen von Beiträgen für die Jahrestagung am 4. Dezember 2026 zum Thema „Feministische Ökonomie der Öffentlichen Finanzen nach der ‚Zeitenwende‘: Einnahmen und Ausgaben des Staates unter dem Aspekt der Geschlechtergerechtigkeit“ in Berlin ein. „Öffentliche Haushalts- bzw. Budgetplanung ist in Zahlen gegossene Politik. Finanzielle Mittel und Ressourcen werden den politischen Zielsetzungen und damit verbundenen Maßnahmen zugeordnet. Welche tatsächliche Wirkung Verteilungsentscheidungen haben, wird in Deutschland, im Unterschied zu anderen Ländern, allerdings selten untersucht“ (Quelle: Call). Im Zentrum der Fachtagung wird gemeinsam die Frage „nach der Geschlechtsblindheit der öffentlichen Haushalte“ (ebd.) gestellt. Denn: „In der Steuerpolitik und bei den Ausgabenentscheidungen wird selten bis gar nicht diskutiert, welche Auswirkungen diese auf die Lebensverhältnisse von Frauen und Männern haben. [...] Nach GG-Artikel 3 Satz 3 ist der Staat aufgefordert die Geschlechtergerechtigkeit aktiv zu fördern. Der richtige Ort dafür ist der Haushalt. Gender Budgeting setzt bewusst geschlechtsspezifische Ziele und fordert die Evaluierung der Wirkung von Maßnahmen ein. Daran wird bei der efas-Jahrestagung unter verschiedenen Fragestellungen angeknüpft." Diese sowie weitere Details können Sie dem Call for Paper von efas entnehmen. Die Frist für Beitragseinreichungen ist der 15. September 2026. 

Missing Chapters – Hochschulen als rassifizierte Räume verstehen

CfP: Im Rahmen des swissuniversities-Projekts „Bildungsräume transformieren: Rassismus angehen, Intersektionalität verankern“ ist für März 2027 die Begleitpublikation „Missing Chapters – Hochschulen als rassifizierte Räume verstehen“ geplant. Mit dem Sammelband sollen verschiedene Perspektiven auf Hochschulen als rassifizierte Räume, Wissensformen und Ausdrucksweisen sichtbar gemacht werden. Die Herausgeber_innen laden zur Einreichung von poetischen, künstlerischen, literarischen und experimentellen Beiträgen ein. Auch visuelle, dokumentarische und hybride Arbeiten – darunter Fotografie, Illustration, Comic, Collage, Visual Essays, Archiv- und Gesprächsformate, Mapping- und Datenvisualisierungen sowie performative oder audiovisuelle Beiträge – sind Willkommen. Einsendeschluss ist der 25. Oktober 2026 um 23:59 Uhr. Mit der Teilnahme am Wettbewerb erklären sich die Verfassenden mit der Publikation des Beitrages einverstanden. Den thematischen Aufbau sowie weitere Einzelheiten sind dem Call for Papers zu entnehmen. 

Zeitschrift GENDER: „Kämpfe um Demokratie – Geschlechterforschung als Demokratieforschung"

CfP: Die Zeitschrift GENDER bittet um Beitragseinreichungen für das Sonderheft 7, dass sich dem Thema „Kämpfe um Demokratie – Geschlechterforschung als Demokratieforschung“ widmet. Analysen zum Zustand der liberalen repräsentativen Demokratie diagnostizieren seit längerem eine tiefgreifende Krise. Spätestens seit dem unübersehbaren Aufstieg rechts-autoritärer Kräfte wird zivilgesellschaftlich und institutionell zum Schutz der Demokratie aufgerufen. Das wirft aus der Perspektive einer (intersektionalen) Geschlechterforschung die Frage auf: Was bedeutet eigentlich in welchen Kontexten Demokratie? Für das Sonderheft werden theoriefokussierte und empirische Beiträge gesucht“ (Quelle: Call). Es soll danach gefragt werden, „wie eine Revitalisierung der Demokratie und eine Demokratisierung des Demokratischen gelingen und welchen besonderen Beitrag eine (intersektional) geschlechterforscherische Perspektive dabei leisten kann“ (ebd.). Die Einreichung eines Abstracts ist bis zum 18. Oktober 2026 möglich. Weitere Details finden Sie im vollständigen Call der Zeitschrift GENDER. 

Standardizing Feminist Futures? Standards, Governance, and the Politics of Equality

CfP: Für ein Sonderheft fokussiert der Call for Papers „Standardizing Feminist Futures? Standards, Governance, and the Politics of Equality“, wie feministische Forderungen in Standards, Traditionen, Richtlinien und Zertifizierungsverfahren übersetzt werden – und welche politischen Möglichkeiten, aber auch Begrenzungen damit verbunden sind. Im Mittelpunkt stehen Instrumente als Standards zur Regulierung. Durch diese können Gleichstellungspolitiken institutionell verankert, Verantwortlichkeiten sichtbar gemacht und Veränderungen in Organisationen, Unternehmen und öffentlichen Institutionen angestoßen werden. Zugleich werden Fragen nach Macht, Deutungshoheit und Messbarkeit und damit verbunden folgende Fragen aufgeworfen: Welche Vorstellungen von Geschlecht, Gleichheit und Gerechtigkeit werden in standardisierten Kriterien festgeschrieben? Wer entwickelt diese und wessen Erfahrungen bleiben möglicherweise unberücksichtigt? Gesucht werden Beiträge, die diese Spannungen theoretisch, empirisch oder praxisbezogen untersuchen und feministische Perspektiven auf Standardisierung, Regulierungsprozesse und organisationale Gleichstellung weiterentwickeln. Auf der Webseite der Bristol University ist der vollständige Call einsehbar; die Frist ist der 15. September 2026.

Transformative Feminist Pedagogies for More-than-human Futures

CfP: Der Call „Transformative Feminist Pedagogies for More-than-human Futures“ steht im Zusammenhang mit Beiträgen für einen Band der neuen ATGENDER-Reihe „Gender: Theories, Troubles, Transformations”. Im Zentrum steht die Frage, wie feministische Pädagogiken zu transformativen und nachhaltigen Zukunftsentwürfen beitragen können, die menschliches Leben nicht isoliert, sondern in seinen vielfältigen Beziehungen zu Tieren, Pflanzen, Technologien, Ökosystemen und materiellen Umwelten betrachten. Erwünscht sind theoretische, empirische und praxisorientierte Perspektiven auf Lehr- und Lernprozesse, die Machtverhältnisse, koloniale Kontinuitäten, Geschlechterordnungen und ökologische Krisen kritisch miteinander verbinden. Die Herausgeber_innen laden dazu ein, feministische Bildungsansätze als Räume des Verlernens, der Fürsorge, der Interdependenz und des gemeinsamen Wissens hervorzuheben und ihre Bedeutung für gerechtere Zukünfte auszuloten. Abstracts können bis zum 15. September 2026 eingereicht werden. Der Call ist über die Webseite des gendercampus einsehbar.

We are family - Gesellschaft, Politiken und Familienleben

CfP: Der Call for Papers „We are family – Gesellschaft, Politiken und Familienleben“ für ein Themenheft des Open-Access-Journals „sozialpolitik.ch“ nimmt den tiefgreifenden Wandel familialer Lebensformen in den Blick. Ausgangspunkt ist die weiterhin zunehmende Pluralisierung von Familienformen: Neben der weiterhin wirkmächtigen Norm der heterosexuellen Kernfamilie existieren Ein-Eltern-, Patchwork- und gleichgeschlechtliche Familien sowie weitere, im Lebensverlauf neu entstehende familiäre Konstellationen. Familie wird dabei nicht als statische, biologisch oder rechtlich eindeutig abgrenzbare Einheit verstanden, sondern als alltäglich hergestellter, ausgehandelter und veränderlicher sozialer Zusammenhang.

Gesucht werden theoretische, methodische und empirische Beiträge zu sozialem Wandel, biografischen Übergängen und nicht-konventionellen Familienformen sowie zu den politischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Bedingungen familialen Lebens. Erwünscht sind beispielsweise Analysen familien- und sozialpolitischer Reformen, rechtlicher Regelungen (wie des erweiterten Adoptionsrechts), digitale Entwicklungen im Familienalltag oder internationale Vergleichsperspektiven. Auch methodische Zugänge auf der Grundlage von Längsschnitt- und Mixed-Methods-Studien, qualitativer Biografieforschung und Policy-Analysen sind willkommen. Einreichungsfrist ist der 15. Oktober 2026; der Call kann auf der Webseite von sozialpolitik.ch eingesehen werden.

Music, Gender, Climate, and the Natural World: Approaches Across Discipline

CfP: Der Call zur Konferenz „Music, Gender, Climate, and the Natural World: Approaches Across Disciplines“ fragt nach den Beziehungen zwischen Musik, Klang, Geschlecht, Klimakrise und Natur. Angesichts von Vulnerabilität, Zerstörung, Resilienz und Regeneration rückt die Tagung eine kritische Neupositionierung des Menschen innerhalb ökologischer Zusammenhänge in den Mittelpunkt: Wie können Musik, Kunst und künstlerische Prozesse ein verändertes Verhältnis von Mensch und Natur erfahrbar machen – und wie verändert dies wiederum das Verständnis von Klang, Kunst und Kreativität? Ausgehend von ecomusicologischen Ansätzen verbindet die Konferenz musik- und kulturwissenschaftliche Perspektiven mit intersektionaler Geschlechterforschung, Ökofeminismus und posthumanem Feminismus. Erwünscht sind Beiträge etwa zu historischen Naturkonzepten in Musik und Kunst, zu geschlechtsspezifischen Zuschreibungen von Natur und Körperlichkeit, zu Klangkunst, musikalischen Räumen und Environments sowie zu Fragen von Handlungsmacht nichtmenschlicher Natur. Die Konferenz findet vom 20. bis 22. Mai 2027 an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz statt; Beitragsvorschläge können bis zum 15. Oktober 2026 eingereicht werden. Tagungssprachen sind Deutsch und Englisch. Alle weiteren Informationen zum Call sind auf der Tagungswebseite zu finden.

Women’s/Gender Studies and Contemporary Threats to Academic Cultures International Perspectives

CfP: Dieser Call für ein Sonderheft des „European Journal of Women’s Studies” legt den Fokus auf antigender, rechtspopulisitische und autoritäre Angriffe auf die Frauen- und Geschlechterforschung. Gesucht werden internationale und vergleichende Beiträge zu den damit verbundenen Auswirkungen auf akademische Kulturen, Forschung, Lehre und die institutionelle Verankerung der Frauen- und Geschlechterforschung. Im Mittelpunkt der Beiträge sollen sowohl gemeinsame Herausforderungen als auch kontextspezifische Unterschiede, sowie die daraus resultierenden epistemologischen, politischen und ethischen Fragen stehen. Einreichungsfrist ist der 1. November 2026. Der vollständige Call ist auf der Webseite des Journals einsehbar.

Call der Kieler Methodentage

CfP: Wie bereits in der Rubrik „Veranstaltungen" in diesem Rundbrief erwähnt, finden im Oktober 2026 die Kieler Methodentage an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel unter dem Titel „Situationsanalyse und emanzipatorische qualitative Forschung“ statt. Ausgangspunkt des Diskurses um die Situationsanalyse als Forschungsprogramm für kritische und transformative Sozialforschung sind aktuelle Herausforderungen wie Klimakrise, geopolitische Konflikte, wachsende soziale Ungleichheiten und der Aufschwung rechter Politik. Im Zentrum steht die Frage, wie emanzipatorische Möglichkeiten und utopische Perspektiven analytisch sichtbar gemacht werden können, ohne sie von den sozialen, politischen und materiellen Bedingungen zu lösen, in die sie eingebettet sind.

Die Veranstaltung bietet Raum für methodologische Reflexionen, empirische Einblicke, Kurzbeiträge aus der eigenen Forschung und Workshops zur gemeinsamen Arbeit an Materialien und konkreten Forschungsfragen.

Wer einen aktiven Beitrag leisten möchte, kann einen kurzen Vortrag zur eigenen Arbeit in Verbindung mit der Situationsanalyse einreichen. Einreichungsfrist ist der 30. August 2026; weitere Informationen zum Call finden Sie auf der Webseite der Veranstaltung.

LAGEN (Landesarbeitsgemeinschaft der Einrichtungen für Frauen- und Geschlechterforschung in Niedersachsen)

Prof. Dr. Andrea D. Bührmann
Georg-August-Universität Göttingen
Institut für Diversitätsforschung
Platz der Göttinger Sieben
337073 Göttingen

E-Mail: lagen@nds-lagen.de
Internet: https://www.nds-lagen.de
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