Landesarbeitsgemeinschaft der Einrichtungen für Frauen- und Geschlechterforschung in Niedersachsen

LAGEN RUNDBRIEF – Rundbrief 05/2019

die Vernetzung der Forschenden in Niedersachsen ist eines der Hauptziele der LAGEN. Aktuell ist das Thema 'Digitalisierung' in aller Munde, und auch die Gender Studies haben etwas dazu zu sagen. Neben den technischen und ingenieurwissenschaftlichen Aspekten der Digitalisierung wird in sozial- und kulturwissenschaftlicher Betrachtung schnell deutlich, dass Digitalisierungsprozesse Gesellschaften grundlegend transformieren und neue Herausforderungen mit sich bringen. Dabei bieten Fragen nach den Veränderungen von Lebens-, Arbeits- und Wissenswelten, Familien und Sozialbeziehungen oder auch Nachhaltigkeits- und Umweltaspekten zentrale Anknüpfungspunkte. Um diese gesellschaftlichen Entwicklungen in ihrer Tiefe zu ergründen, ist eine Geschlechterperspektive unabdingbar.

Damit wir unser zukünftiges Forschungsvernetzungsangebot entlang der Interessen gestalten können, freuen wir uns, wenn sich Interessierte mit Themenvorschlägen und/oder Fragen an uns wenden. Ziel ist es, zukünftig in gemeinsamen Workshops den bisher oft ungenau verwendeten Begriff 'Digitalisierung' aus Perspektive der Frauen- und Geschlechterforschung mit kritischen Inhalten zu füllen und gemeinsam herauszufinden, welche interessanten Fragen sich ergeben können. 

Wir möchten Sie zudem auf einen TAZ-Online Artikel vom 12. Mai 2019 aufmerksam machen. Dieser zeigt anhand von fünf forschungsbasierten Lehrbeispielen, wie unterschiedlich die Forschungsperspektiven der Gender Studies sind und wie ihre Erkenntnisse in Studiengängen vermittelt werden. Neben Beispielen aus Berlin und Heilbronn ist auch die Stiftung Universität Hildesheim mit einem Beispiel zur Relevanz der Genderperspektive im Fach Jura vertreten.

zum TAZ-Artikel vom 12. Mai 2019

Dieser Rundbrief informiert Sie zudem über das Projekt "Gender und Lehre in Niedersachsen", eine neue Veröffentlichung sowie über kommende Veranstaltungen und verschiedene Ausschreibungen. Wir freuen uns weiterhin über Ihre Ankündigungen und Neuigkeiten zur Frauen- und Geschlechterforschung!  

Liebe Grüße

Jördis Grabow

1. Neuigkeiten aus dem Projekt "Gender und Lehre in Niedersachsen"

2. Neue Veröffentlichung

3. Veranstaltungen in Niedersachsen und darüber hinaus

4. Verschiedene Ausschreibungen

Liebes LAGEN-Netzwerk,

Gender und Diversitätszertifikate bilden sich derzeit als ein zentrales Instrument heraus, um Gender-Lehre strukturell an Hochschulen zu verankern. Gleichzeitig ergeben sich sowohl bei der Einrichtung als auch bei der Durchführung von Zertifikatsprogrammen besondere Herausforderngen und Fragen. Um den Wunsch nach Erfahrungsausausch nachzukommen, bieten wir auch bei der diesjährigen, 17. Arbeitstagung der „Konferenz der Einrichtungen für Frauen- und Geschlechterstudien im deutschsprachigen Raum“ (KEG) vom 3. bis 4. Juli an der FernUniversität Hagen wieder eine AG zum Thema "Gender- und Diversity-Zertifikate" an. Gemeinsam mit unseren Mitgliedseinrichtungen, der Forschungsstelle Geschlechterforschung (Universität Osnabrück) und dem Netzwerk Gender Studies (Universität Vechta) sowie dem gendup - Zentrum für Frauenförderung und gender Studies (Universität Salzburg) und dem Projekt gender*bildet (Martin-Luther-Universität Halle) wollen wir an die erfolgreiche Diskussion der letzten KEG anschließen und unter anderem Fragen nach Lehrformaten und der Bedeutung digiteler Medien für Zertifikatsprogramme und die erfolgreiche Einbindungvon Lehrenden diskutieren.

Mit weiteren AGs, unter anderem zu den Themen Studiengängen oder Herausforderungen und Strategien zur Inklusion von Gender in MINT, bietet die KEG nicht nur in Bezug auf den Bereich "Gender in der Lehre" die Möglichkeit, neueste Entwicklungen in den Gender Studies mit Fachkolleg_innen anderer Einrichtungen im deutschsprachigen Raumzu diskutieren. Direkt im Anschluss findet vom 4. bis 6. Juli die Jahrestagung der Fachgesellschaft Geschlechterstudien an der FernUniversität Hagen statt.

Für Interessierte ist eine Anmeldung bei der KEG bis zum 15. Juni möglich.

Zum Programm

Viele Grüße

Friederike Apelt

In der Working Paper Series 'Gender'ed' Thoughts' des Göttinger Centrums für Geschlechterforschung wurde ein Beitrag von Mirja Riggert mit dem Titel "'Weiblicher Phallizismus' im deutschen Hip Hop. SXTNs FTZN IM CLB zwischen weiblicher Selbstermächtigung und Rekonstitution des Patriarchats" veröffentlicht. 

"Das Berliner Hip Hop-Duo SXTN ist vor allem wegen seiner provokanten Texte bekannt, die der männlich geprägten Rhetorik des Battle- und Gangsta-Rap entlehnt sind. Der vorliegende Beitrag analysiert ihr 2016 veröffentlichtes Musikvideo FTZN IM CLB hinsichtlich des emanzipatorischen Potentials, das den beiden Rapperinnen in der medialen Betrachtung vielfach attestiert wird. In einer konfigurativen Bild-Text-Ton-Analyse werden gendertheoretische Annahmen auf das Musikstück bezogen. Es wird gezeigt, dass über die Inszenierung aggressiver Schwesternschaft in FTZNIM CLB phallogozentrische Weiblichkeitsbilder dekonstruiert werden, indem feminine Topoi mit männlich konnotierten Verhaltensweisen verflochten werden. Zugleich zeigt sich aber auch, dass über die mimetische Adaption eines männlichen Habitus ein derivativer Status der weiblichen Position rezementiert wird. Dafür ist besonders das von Angela McRobbie eingeführte Konzept des 'weiblichen Phallizismus' (2009) bedeutsam, das in der phallischen Frau eine Re-Stabilisierung der Geschlechterhierarchie sieht. In SXTNs Rhetorik der Selbstbehauptung wird deutlich, wie sich dieses Konzept unter dem Deckmantel einer weiblichen Ermächtigung manifestiert."

zur Publikation

"Zum 3. Mal beteiligt sich die Leuphana Universität Lüneburg am bundesweiten Diversity-Tag und setzt damit ein Zeichen für ein weltoffenes, vielfältiges und respektvolles Miteinander und gegen Diskriminierung und Intoleranz. Studierende, Forschende, Lehrende und Beschäftigte sind eingeladen, sich im Rahmen verschiedener Veranstaltungen aktiv mit dem Thema "Diskriminierungsfreie Sprache" auseinanderzusetzen." 

Datum und Ort: 28. Mai, (10:00 bis 18:00 Uhr), Leuphana Universität Lüneburg

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"Mi­gra­ti­on ist in al­ler Mun­de. Die Ge­schich­te der Mi­gra­ti­on in Deutsch­land hin­ge­gen ist im­mer noch ein Rand­the­ma, zu­min­dest für den Main­stream. Und wenn die Ge­schich­te der Ein­wan­de­rung in Deutsch­land ver­han­delt wird, dann spielt die kul­tu­rel­le Di­men­si­on we­ni­ger eine Rol­le. Ge­nau die­se in­ter­es­siert den Au­tor, Cam­pai­gner und Kul­turak­ti­vist Im­ran Aya­ta. Der mi­gran­ti­sche All­tag und kul­tu­rel­le Pra­xen in der Mi­gra­ti­on tau­chen in sei­nen Ro­ma­nen und Tex­ten im­mer wie­der auf. In die­sem Zu­sam­men­hang stieß sei­ne ge­mein­sa­me Ar­beit mit dem Münch­ner Künst­ler und Thea­ter­ma­cher Bülent Kul­luk­cu, das Mu­sik­pro­jekt "Songs of Gast­ar­bei­ter", auf große Re­so­nanz. Die bei­den veröffent­lich­ten eine CD und tra­ten in zahl­rei­chen Städten im In- und Aus­land mit ih­rer Show "Songs of Gast­ar­bei­ter" auf. In ei­ner mu­si­cal lec­tu­re eröff­net Im­ran Aya­ta neue Per­spek­ti­ven auf die Ge­schich­te der Ein­wan­de­rung und en­det im Hier und Jetzt. (...)"

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Datum und Ort: 04. Juni 2019 (18:15 Uhr), Leuphana Universität Lüneburg, Kunst­raum (Cam­pus Hal­le 25)

"In den letz­ten Jah­ren gibt es An­zei­chen für eine zu­neh­men­de Öff­nung in­ner­halb der deutsch­spra­chi­gen Mu­se­ums­welt für die Aus­ein­an­der­set­zung mit der Ge­schich­te und den Le­bens­wel­ten von LSBTIQ*. Den­noch ist die Mu­se­ums­pra­xis wei­ter­hin von Am­bi­va­lenz, Des­in­ter­es­se und Dis­kri­mi­nie­rung in Be­zug auf se­xu­el­le und ge­schlecht­li­che Viel­falt geprägt. Son­der­aus­stel­lun­gen wie „Ho­mo­se­xua­lität_en“ im Deut­schen His­to­ri­schen Mu­se­um im Jahr 2015 bil­den zwar ein Kor­rek­tiv für das weit­ge­hen­de Feh­len von Repräsen­ta­tio­nen von LSBTIQ* in vie­len Mu­se­en. Die Ein­be­zie­hung von quee­ren The­men in Dau­er­aus­stel­lun­gen von Ge­schichts- und kul­tur­his­to­ri­schen Mu­se­en ist je­doch wei­ter­hin äußerst sel­ten. Wel­che Ansätze der Repräsen­ta­ti­on und In­ter­pre­ta­ti­on ha­ben Mu­se­en ent­wi­ckelt, um se­xu­el­le und ge­schlecht­li­che Viel­falt ein­zu­be­zie­hen? Was sind Stra­te­gi­en des Quee­rens von Mu­se­en? Und wie ver­hal­ten die­se Ansätze zu For­de­run­gen nach Sicht­bar­keit und Em­power­ment von LSBTIQ*? (…)"

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Datum und Ort: 12. Juni 2019 (16:15 Uhr), Leuphana Universität Lüneburg, Campus Hörsaal 5

Die Projektgruppe "Kritische Mediziner*innen" der Medizinischen Hochschule Hannover hat für das Sommersemester 2019 ein Alternatives Vorlesungsverzeichnis mit Veranstaltungen rund um die Themen Feminismus, kritische Medizin und ähnliches organisiert.

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Am 20. Juni findet ab 10:30 Uhr an der Stiftung Universität Hildesheim der Fachtag "Gender Studies und Lehramt - Innovationen in Forschung und Lehre" statt. Durch drei Vorträgen von Prof. Dr. Barbara Rendtorff (Goethe-Universität Frankfurt) zum Thema "Schule, Geschlecht und Lehramtsstudium - (wie) soll Geschlecht zum 'Thema' gemacht werden?", Dr. Andrea Bossen (Universität Halle-Wittenberg) zum Thema "Vergeschlechtlichte pädagogische Praktiken?! Die Bedeutung von Genderkompetenz für inklusive Lehrer*innenbildung." und Prof. Dr. Britta Hoffarth (Stiftung Universität Hildesheim) mit dem Titel "Online Hate Speech und Geschlecht - Herausforderungen für die Schule" wird sich dem Feld "Gender Studies und Lehramt" aus verschiedenen Perspektiven genähert.

Im Anschluss an die Vorträge gibt es noch Zeit für Diskussionen und die Möglichkeit für ein gemeinsames Mittagessen.

zum Programm

Datum und Ort: 20. Juni 2019 (10:30 Uhr), Stiftung Universität Hildesheim, Musiksaal, Gebäude K (Hauptcampus)

"Die nächste Arbeitstagung der "Konferenz der Einrichtungen für Frauen- und Geschlechterstudien im deutschsprachigen Raum (KEG)" bietet wieder die Möglichkeit, inhaltliche und hochschulpolitisch brisante Entwicklungen in den Gender Studies mit Fachkolleg_innen zu erörtern. Anhaltendes Grundanliegen der KEG ist der qualifizierte Erfahrungsaustausch zwischen den institutionalisierten Einrichtungen im deutschsprachigen Raum. Er soll zur diagnostischen Sicht auf Trends und Fallen der Hochschulentwicklung verhelfen und dazu beitragen, Formen und Strategien der Institutionalisierung zu reflektieren und weiter zu entwickeln. (...)"

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Datum und Ort: 03. bis 04.07.2019, FernUniversität in Hagen

Die diesjährige Tagung der FG Geschlechterstudien findet unter dem Titel "(Re-)Visionen. Epistomologien, Ontologien und Methodologien der Geschlechterforschung" statt. "Die Fachgesellschaft Geschlechterstudien lädt Forscher*innen, Studierende und Akteur*innen aus den unterschiedlichsten Disziplinen ein, aktuelle Projekte zu diskutieren und den gemeinsamen Austausch zu fördern. Im Sinne der Interdisziplinarität spricht die Tagung auch benachbarte Bereiche an. Dazu zählen unter anderem: Interkulturalitätsforschung, Migrationsforschung, Diasporaforschung, Religionsforschung, Genderforschung."

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Datum und Ort: 04. bis 06. Juli 2019 an der Fernuniversität in Hagen 

"Die Working Paper Series Gender'ed' Thoughts ist ein innovatives Forum für den inter- und transdisziplinären Diskurs, das sich an den aktuellen theoretischen, empirischen und methodologischen Debatten der Gender Studies orientiert (gender thoughts) und die individuelle und gesellschaftliche Bedeutung von Gender im Alltag reflektiert (gendered thoughts). Die Working Paper Series richtet sich insbesondere an Nachwuchswissenschaftler_innen in Niedersachsen, um ihnen eine Veröffentlichung ihrer Forschungsergebnisse zu ermöglichen. Adressiert sind Studierende, Promovierende und Post Docs. Mögliche Beiträge umfassen Ergebnisse von Forschungsprojekten, Auszüge von Abschlussarbeiten, Diskussionen von Theorieansätzen und systematische Literaturüberblicke zu bestimmten Themen.[…]" 

zum Call for Editors

"Call for Papers zur Jahrestagung des Zentrums für Geschlechterforschung (ZfG) der Stiftung Universität Hildesheim vom 13. bis 14. Januar 2020 in Hildesheim.Seit ihrer Entstehung haben sich nicht nur die Gender Media Studies als interdisziplinärer Forschungsraum etabliert und in ihren Zugängen und Gegenständen differenziert, auch haben sich ihre Herausforderungen vervielfältigt: Inwiefern technologische Entwicklungen verschiedene Medientypen miteinander verbinden und Medienkonvergenzen hervorbringen, in deren Kontext sich stets neue Nutzungs- und Nutzer*innenkulturen entfalten, oder ob sich Technologien im Horizont medialer Nutzungspraktiken entwickeln, ist kaum eindeutig zu beantworten. Darüber hinaus gilt das Erkenntnisinteresse der GMS der Bedeutung von Geschlecht/Sexualität/Begehren und anderer Dimensionen sozialer Differenz/Ungleichheit auf den verschiedenen Ebenen des Kontexts von Technologie, Kultur und Medialität: der Ebene der darstellenden Reproduktion, der Inszenierung, der Rekonstruktion und Deutung durch die Nutzer*innen oder der Verbindung von Technologie und sozialen Unterscheidungslogiken. (...)"

zum Call for Papers

"Die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld (BMH) in Berlin sucht zum 1. September 2019 eine_n wissenschaftliche_n Referent_in für den Arbeitsbereich Gesellschaft, Teilhabe und Antidiskriminierung als Ganztagsstelle (Stellenausschreibung). (…)

Bewerbungsfrist ist der 31. Mai 2019."

zur Stellenausschreibung